Cannabis in der Therapie

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Drogen

Cannabis in der Therapie

Seit März 2017 dürfen Ärzte bei schwerwiegenden Erkrankungen medizinisches Cannabis verschreiben.

In manchen Ländern sind Medikamente auf der Basis von Cannabis schon länger zugelassen. Cannabinoide können unter bestimmten Umständen bei Multipler Sklerose, bei Übelkeit während einer Chemotherapie, bei Epilepsie und anderen Erkrankungen helfen.

Wirkung bei Multipler Sklerose

In Deutschland ist Cannabisextrakt seit 2011 für die Behandlung bei mittelschwerer oder schwer therapierbarer Spastik bei Multipler Sklerose zugelassen. In einer Studie aus dem Jahr 2011 profitierten knapp die Hälfte der Patienten von einer subjektiven Verbesserung bei Spastik, Spasmenhäufigkeit und Schlafqualität. Die Wirkung ist gegenüber Placebo nachgewiesen, jedoch nicht im Vergleich zu Standardmedikamenten. Von daher wird zunächst ein Versuch mit Standardmedikamenten durchgeführt.

Bei Nebenwirkungen einer Chemotherapie

Eine Vielzahl von Studien belegt eine positive Wirkung von Cannabinoiden bei der Behandlung von Übelkeit und Erbrechen infolge einer Chemotherapie. Nachdem aber hier auch konventionelle Medikamente gut wirken und die Wirkung nicht besser ist, wird meist mit einem konventionellen Medikament behandelt.

Gegen Gewichtsverlust bei Demenz und AIDS

Das Medikament Dronabinol, sowie gerauchtes Cannabis, haben in der Therapie von Appetitlosigkeit bei AIDS-Patienten gezeigt, dass sich mit der Einnahme die Verringerung des Körpergewichts der Patienten vermeiden ließ. Auch bei Patienten mit Tumorerkrankungen und Alzheimer zeigten Cannabinoide bei der Behandlung von Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust eine positive Wirkung.

Positiv bei chronischen Schmerzen

Während vor der Verabschiedung des Gesetzes die Studienlage für chronische Schmerzen positiv schien, gibt es neuerdings auch negative Ergebnisse. Im Rahmen einer Studie konnte nachgewiesen werden, dass Cannabis zu einer 30-prozentigen Schmerzreduktion führen kann. Cannabinoide können Patienten mit chronischen Schmerzen (Tumorschmerz, Rheuma, Fibromyalgie) somit eine gewisse Linderung verschaffen.

Dabei wird laut Aussage von Patienten teilweise weniger der Schmerz an sich beseitigt, als die Kontrolle über das Schmerzempfinden gestärkt. Das gilt außerdem für Schmerzen auf Grund beschädigter Nerven (z.B. bei Multipler Sklerose oder Phantomschmerzen). Bei akuten Schmerzen, z.B. infolge einer aktuellen Verletzung, konnte bisher kein positiver Effekt nachgewiesen werden.

Verringerung epileptischer Anfälle

Für einige Formen von epileptischen Erkrankungen liegen Berichte vor, in denen mit Hilfe von Cannabidiol die Anfallshäufigkeit verringert werden konnte. Für die seltenen kindlichen Epilepsieerkrankungen Dravet-Syndrom und Lennox-Gastraut-Syndrom hat Cannabis sogar den Status eines Orphan Medikamentes, das sind Medikamente für seltene Leiden, die durch ein vereinfachtes Zulassungsverfahren gefördert werden.

Entspannende Wirkung bei weiteren Erkrankungen

Positive Wirkungen von Cannabinoiden werden auch für zahlreiche weitere Erkrankungen und Symptome beschrieben. Das Wissen stammt jedoch meistens aus Erfahrungsberichten und kleinen unkontrollierten Studien. Das muss nicht bedeuten, dass die Berichte falsch sind, sie lassen aber keine Schlüsse auf die Übertragbarkeit der Ergebnisse auf andere Patienten zu.

Psychedelika in der Therapie Planet Wissen 27.10.2021 02:22 Min. UT Verfügbar bis 27.10.2026 ARD-alpha

Da Stress als Auslöser für entzündungsfördernde Reaktionen des Immunsystems in Frage kommt, ist es denkbar, dass sich eine entspannende Wirkung von Cannabis positiv auf chronische Entzündungen auswirken kann. Allzu euphorischen Aussagen im Internet über Heilungserfolge bei Krebs, Alzheimer oder anderen schwerwiegenden Erkrankungen sollte man allerdings vorsichtig gegenüberstehen und sie keinesfalls ohne ärztlichen Rat ausprobieren.

BR | Stand: 21.10.2021, 14:15

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