Ordenslexikon

Ordensleute

Ordenslexikon

Die Kirchen werden heute vom regen Wirken vieler verschiedener Kongregationen und Ordensgemeinschaften unterstützt und maßgeblich beeinflusst. Einige der wichtigsten Klostergemeinschaften sowie weitere Orden, die aus ihnen hervorgingen, wollen wir Ihnen hier vorstellen.

Benediktiner

Betende Benediktinermönche.

Beten und Arbeiten - der Leitgedanke der Benediktiner

Benedikt von Nursia erlangte mit seiner Klostergründung von Montecassino (um etwa 529) historische Bedeutung. Der Gründervater des Benediktinerordens verpflichtete die bisher wandernden Mönche zur ständigen Anwesenheit im Kloster. Die Mönchsgemeinschaft versteht sich als Familie, die sich dem Abt, dem Leiter des Klosters, freiwillig unterwirft. Eine gemeinsame Tagesordnung wird gemäß dem benediktinischen Ideal "ora et labora" durch Arbeit und das Stundengebet strukturiert.

Benedikts Ordensregel ("Regula Benedicti") wurde durch Papst Gregor den Großen als richtungsweisend für die Ordensleute bewertet. Die Regel durchdrang alle Bereiche des klösterlichen Lebens und wurde von nun an monastisches Vorbild für die abendländischen Klöster. Benedikt setzte den Grundstein für ein Ordenswesen, das die Klöster im Mittelalter und der frühen Neuzeit zu geistigen Zentren des europäischen Abendlandes erhob.

Zisterzienser

Kloster Citeaux.

Citeaux ist das Stammkloster der Zisterzienser

Durch das benediktinische Gebot der Arbeit mehrten die Klöster ihr Wissen und setzen es gleichzeitig für ihren Erhalt ein. Das führte dazu, dass Klöster oft zu erheblichem Einfluss und Reichtum gelangten. Bald entstanden in den Klosterschulen und Bibliotheken Kunstwerke und Buchmalereien von unschätzbarem Wert. Das rief unter manchen Benediktinern Bestürzung hervor, weil sie die benediktinischen Gebote der Einfachheit verletzt sahen. Im Jahr 1098 gründete Robert von Molesme im Stammkloster Cîteaux den Orden der reformierten Benediktiner: die Zisterzienser, die unter Bernhard von Clairvaux ihre Blütezeit erfuhren.

Anfangs zeichnete sich der Orden der Zisterzienser durch besondere Strenge und Einfachheit in der Lebensweise aus. Doch auch bei ihnen führte nach fast 200 Jahren die vorbildliche Bodenbewirtschaftung zu großem Reichtum. Maßgeblich waren die Zisterzienser an der Missionierung und Christianisierung der slawischen Länder östlich der Elbe beteiligt, verloren aber bis zum 19. Jahrhundert den entscheidenden Teil ihres Besitzes. Heute konzentriert sich die Arbeit der Zisterzienser auf Seelsorge und Unterricht.

Trappisten

Als wiederum die bereits reformierten Benediktiner, die Zisterzienser, durch stringente Organisation und die für die Klöster im Mittelalter so typische Konzentration der Intelligenzia reich und mächtig wurden und verweltlichten, gab es abermals Reformbemühungen, zu den benediktinischen Wurzeln und den einfachen Regeln des kontemplativen, klösterlichen Daseins zurückzufinden.

Entscheidende Anstöße kamen von Armand-Jean Le Bouthillier de Rancé. Der von ihm reformierte Zweig der Zisterzienser nannte sich nach dem Stammkloster La Trappe "Trappisten". Offiziell trägt der Trappistenorden jedoch den Namen "Orden der Zisterzienser von der Strengeren Observanz" (OCSO) oder "Orden der reformierten Zisterzienser" (OCR).

Franziskaner

Angestrahlte Kirche in Assisi.

Eine Kirche für den heiligen Franziskus

1209 erfolgte die Gründung des Franziskanerordens durch Franz von Assisi mit Billigung des Papstes Innozenz III. Der Legende nach erschien Franziskus dem Papst im Traum und rettete die vom Einsturz bedrohte Lateransbasilika. In wunderbaren Bildern hat Giotto diese Geschichte in seinem Freskenzyklus in der Franziskanerkirche San Francesco in Assisi festgehalten.

Zentrales Gebot der Franziskaner ist die unbedingte Armut, sie lehnen jeglichen Besitz ab. Neben den Dominikanern gelten die Franziskanermönche daher als bedeutendster Bettelorden. Traditionelle Tätigkeitsfelder der Franziskaner sind die Seelsorge und die Wissenschaft.

Kapuziner

Der Orden der Kapuziner-Mönche wurde von Matthäus von Bascio (1492-1552) ins Leben gerufen und 1528 von Papst Clemens VII. bestätigt. Der katholische Bettelorden der Kapuziner ist ein strengerer Unterzweig der Franziskaner.

Die Klöster der Augustiner entspringen Priester-Gemeinschaften, die nach einem bestimmten Kanon das gemeinsame Leben gestalteten. Ihre Regel gründeten sie auf Augustinus (354-430), der mit anderen Klerikern in der frühen Zeit des Christentums eine klosterähnliche Lebens- und Gütergemeinschaft lebte, und dessen Namen sie schließlich auch übernahmen.

Dominikaner

Gemälde: Ein Mönch kniet betend vor einem Altar, auf dem ein Kruzifix steht.

Dominikaner im Gebet

Dominikus Guzmán wurde 1170 in Kastilien (Spanien) geboren und studierte Theologie in Palencia. In Toulouse kam er in Kontakt mit den Albigensern, die sich radikal von der Kirche losgesagt hatten und nach eigenen Vorstellungen das Evangelium lebten und verkündeten. Dominikus erkannte, dass viele Missstände in der katholischen Kirche seiner Zeit von schlechter klerikaler Bildung und Ausbildung herrührten. Eine fundierte theologische Ausbildung der Dominikaner, die zunächst nach der Regel der Augustiner lebten, sollte die Häretiker rein argumentativ von ihrem Irrglauben abbringen und auf den rechten Weg der Kirche zurückführen.

Ordensziel ist daher bis heute das Apostolat des Wortes in Predigt und Lehre. Die solide Ausbildung und unbedingte Nähe zu Kirche und Papsttum sind Ursache dafür, dass besonders die Dominikaner mit der Jahrhunderte währenden Inquisition betraut wurden und den oft blutigen Kampf der Kirche gegen die Häresie führten, ein Umstand, der dem Ruf des Dominikaner-Ordens abträglich war.

Kartäuser

Die Kartäuser sind wohl der strengste Orden der katholischen Kirche. Die Gemeinschaft der Kartäuser führt sich und ihren Namen auf das Kloster von Chartreuse (Kartause) zurück. Ordensgründer war Bruno von Köln (1030), der sich in die Einsamkeit von La Chartreuse zurückzog um dort ein Büßerleben zu führen.

Kartäusermönch in einem Klostergang.

Die Kartäuser verpflichten sich zur Stille

Die Kartäuser verstehen sich als organisierte Eremiten, die sich allein zum Abhalten gemeinsamer Gottesdienste treffen und in Leid und Tod liebevoll zur Seite stehen. Das Gelübde dieses rein kontemplativen Ordens verpflichtet zu Einsamkeit, Schweigen und zur Stille.

Jesuiten

Der Jesuitenorden wurde 1534 von dem Spanier Ignatius von Loyola gegründet und 1540 von Rom anerkannt. Die Ordensbrüder, die ihrem Leiter, dem Provinzial, unbedingten Gehorsam schulden, erhielten im Europa des 16. Jahrhunderts rasch Zulauf und waren in der Krisenzeit der Reformation das entscheidende Instrument der Gegenreformation, über das der Papst verfügte.

Die hoch gebildeten Jesuiten, die selbst in vielen Ländern erstklassige Bildungszentren und Schulen leiteten, waren (und sind es heute noch) als Missionare in Asien, Afrika und Amerika tätig. In heutiger Zeit engagieren sich Jesuiten besonders für Arme und Benachteiligte in der Dritten Welt, den Aufbau der Völkerverständigung und den Dialog zwischen Christen und Nichtchristen.

Autor/in: Gregor Delvaux de Fenffe

Stand: 28.11.2014, 12:00

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