Ignatius von Loyola

Ordensleute

Ignatius von Loyola

Er war ein Lebemann, bekannt für seine amourösen Abenteuer, dem Glücksspiel und Prügeleien nicht abgeneigt. So beschreiben viele Biografen den jungen Inigo de Loyola, den Gründer des Jesuitenordens. Die Schilderung erinnert ein wenig an Franz von Assisi. Er soll in jungen Jahren ein ausschweifendes Leben auf Kosten seines Vaters geführt haben. Wie bei Franz von Assisi, der den Orden der Franziskaner gründete, bewirkt auch bei Inigo von Loyola ein einschneidendes Erlebnis einen radikalen Wandel seines Lebens. Gott soll im Traum Franziskus aufgefordert haben, sich in seinen Dienst zu stellen. Das Leben von Inigo de Loyola sollte durch eine Kanonenkugel verändert werden.

Ausbildung zum Pagen und Ritter

Kupferstich: Ignatius von Loyola

Ignatius von Loyola

Das genaue Geburtsdatum ist nicht bekannt, aber aller Wahrscheinlichkeit nach wurde Inigo López de Loyola 1491 als 13. und jüngstes Kind der Eheleute Loyola y Balda in Azpeitia geboren. Die Mutter stirbt kurz nach seiner Geburt. Der Vater gibt seinen Sohn Inigo 1507 in die Obhut seines Freundes Juan Velasquez, dem königlichen Großschatzmeister und Gouverneur von Arévalo und Madrigal. Dort lernt Ignatius als Page das Hofleben und den Umgang mit hochgestellten Persönlichkeiten kennen.

Als junger Ritter tritt er dann 1517 in den Dienst des Herzogs Antonio Manrique de Lara. Loyola ist ein tapferer Soldat. Er hat ein Faible für das Glücksspiel und ist bekannt für seine amourösen Abenteuer. Der Baske Inigo de Loyola ist ehrgeizig und möchte sein Können unter Beweis stellen. 1521 bekommt er die Gelegenheit dazu.

Eine Kanonenkugel verändert sein Leben

In diesem Jahr greifen die Franzosen die Burg Pamplona an. Trotz erbitterter Gegenwehr fällt Pamplona in die Hände der Franzosen. Nur die Zitadelle wird von einigen hundert Soldaten gehalten. Loyola will mit aller Macht die Niederlage verhindern und kann die Kommandanten zum Weiterkämpfen überreden. Und dann passiert es: Eine Kanonenkugel zerschmettert Loyola ein Bein. Schwer verletzt wird er in das Schloss der Loyolas transportiert, wo er lange Zeit ans Krankenbett gefesselt ist.

Da das Bein schief zusammenzuwachsen droht, muss es noch mal gebrochen werden. Während seiner langen Genesung befasst er sich mit theologischer Literatur, weil seine geliebten Ritterromane nicht greifbar sind. Er liest Biografien von Heiligen und eine Darstellung des Leben Jesu. Danach entwickelt er den Ehrgeiz, die Heiligen nachzuahmen. Eine nächtliche Erscheinung bestätigt ihn in seinem Vorhaben. Die Gottesmutter Maria mit dem Jesusknaben erscheint ihm und spendet ihm großen Trost und Zuversicht. Aus dem Ritter und Lebemann wird ein asketischer Ordensmann und Heiliger.

Studium der Theologie und Philosophie

Gemälde: Ignatius von Loyola

Ein Ritter wird zum Heiligen

Nach seiner Genesung zieht Loyola zum Marienheiligtum ins katalanische Kloster Montserrat und tauscht sein Rittergewand gegen das eines Bettlers. Danach zieht er sich für ein Jahr in ein Kloster in Manresa zurück. Er macht schwere Krisen durch, Depressionen bringen ihn an den Rand des Selbstmords. Er ist auf der Suche nach seiner eigentlichen Bestimmung, und diese Erfahrung ist der Ursprung seiner "geistlichen Übungen". Sie sollen später zum Leitfaden aller Jesuiten werden, um das eigene Leben zu reflektieren und den richtigen Lebensweg zu finden. In dieser Zeit reift in ihm der endgültige Entschluss, Priester zu werden und sich der Seelsorge zu widmen.

1523 pilgert Loyola ins Heilige Land. Er will dort Missionsarbeit leisten. Die Franziskaner, die vom Papst mit der Bewachung der heiligen Stätten beauftragt sind, schicken ihn aber nach 20 Tagen wieder zurück. Nach seiner Rückkehr 1524 lernt er Latein in Barcelona und studiert an den spanischen Universitäten Barcelona, Alcala und Salamanca sowie an der Sorbonne in Paris Philosophie und Theologie, wo er 1533 sein Studium mit dem Magister Artium abschließt. Neben dem Studium widmet er sich der Seelsorge. Immer wieder wird die Inquisition auf der Suche nach Häretikern wegen seiner Predigten und seines Auftretens auf Loyola aufmerksam und er muss sich mehrmals vor dem Inquisitionstribunal verantworten.

Das Gelübde auf dem Montmartre

Am 15. August 1534, in der Kapelle St. Denis auf dem Montmartre, legt Ignatius, wie er sich jetzt nennt, mit seinen sechs Gefährten Peter Faber, Franz Xaver, Simon Rodriguez, Diego Laínez, Alfonso Salmerón und Nicolás Bobadilla ein Gelübde ab. Sie verpflichten sich zu lebenslanger Keuschheit und Armut. Sie fassen den Plan, zur Missionsarbeit ins gelobte Land zu pilgern und reisen nach Italien, um sich in Venedig einzuschiffen. Wegen der Türkenkriege ist aber keine Reise nach Jerusalem möglich und so entschließen sie sich, dem Papst in Rom ihre Dienste anzubieten. 1537 wird Inigo de Loyola in Venedig zum Priester geweiht.

1540 erkennt Papst Paul III. die Societas Jesu an

Christusmonogramm in Rom an der Fassade der Hauptkirche der Jesuiten „Il Gesú“.

Die Hauptkirche der Jesuiten in Rom Il Gesù ist mit einem Christusmonogramm verziert

In Venedig widmet sich die Gruppe der Krankenpflege, bevor sie dann 1538 nach Rom geht und sich in den Dienst von Papst Paul III. stellen will. Die Männer gründen einen neuen Orden, ihr Leitspruch ist: "Ad maiorem Dei gloriam (zur größeren Ehre Gottes) und sie nennen den Orden Societas Jesu (Gesellschaft Jesu), den der Papst am 27. September 1540 anerkennt.

Ignatius wird im gleichen Jahr zum ersten Generaloberen des Ordens ernannt. Die Jesuiten richten ihr Zentrum in einem Haus in der Nähe der Kirche Maria della Strada in Rom ein. Ignatius bezieht dort ein kleines Zimmer, von dem er 15 Jahre lang die Geschicke des Ordens lenkt. Er erarbeitet die Ordensregeln der Jesuiten und vollendet 1548 seine "geistlichen Übungen", eine methodische Anleitung, das eigene Leben vor und mit Gott zu betrachten. Die "geistlichen Übungen" werden zur Grundlage für die jesuitische Spiritualität.

1556 stirbt Ignatius einen einsamen Tod

Schon viele Jahre leidet Ignatius an einem Magenleiden, 1550 will er sogar in einer lebensbedrohlichen Krise die Leitung des Ordens niederlegen. Immer wieder fesseln ihn Fieberschübe ans Bett. Sein Zustand verschlechtert sich im Juli 1556 so sehr, dass er nach der letzten Ölung und dem päpstlichen Segen verlangt. Sein Sekretär schätzt seinen Zustand aber falsch ein, so dass er den Gang zum Papst auf den nächsten Morgen verschiebt und sich lieber um die Post der Ordensleitung kümmert. In der Nacht stirbt Ignatius im Alter von 65 Jahren. Papst Paul V. spricht Ignatius 1609 selig und 1622 wird er von Papst Gregor XV. heilig gesprochen.

Autor/in: Horst Basting

Stand: 28.11.2014, 12:00

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