Katzenrekorde

Nachwuchs bei den Schneeleoparden im Tarongo Zoo in Sydney

Katzen

Katzenrekorde

36 Katzenarten gibt es auf der Erde, und sie besiedeln fast die ganze Welt. Die hochentwickelten Jäger haben sich im Lauf der Evolution an die unterschiedlichsten Bedingungen angepasst.

Indischer Zwerg

Die kleinste wildlebende Katze ist die Rostkatze (Prionailurus rubiginosus). Sie kommt nur in Südindien und Sri Lanka vor. Ihre Körperlänge bewegt sich zwischen 35 und 48 Zentimetern, die Schwanzlänge variiert zwischen zwölf und 25 Zentimetern.

Ein Weibchen kann bis zu 1,1 Kilogramm schwer werden, das Männchen zwischen 1,5 und 1,6 Kilogramm.

Wegen ihrer geringen Größe vermuten Wissenschaftler, dass die Rostkatze aus vielen ihrer ursprünglichen Lebensräume auf dem indischen Subkontinent von der größeren Bengalkatze verdrängt wurde.

Auf Sri Lanka gibt es dagegen keine Bengalkatzen, daher existiert auf der Insel der größte Bestand dieser kleinen Katze. Rostkatzen sind äußerst scheue und nachtaktive Jäger, die sich trotz ihrer guten Kletterfähigkeiten meist am Boden aufhalten.

Sibirischer Riese

Die größte lebende Raubkatze ist der Sibirische Tiger (Panthera tigris altaica). Ausgewachsen misst ein männliches Tier (gemessen von der Nasen- bis zur Schwanzspitze) 2,70 bis 3,30 Meter bei einem Gewicht von 180 bis 300 Kilogramm.

Das Weibchen bringt es immerhin auf 2,40 bis 2,75 Meter (Gewicht 100 bis 167 Kilogramm). Die Schulterhöhe beträgt 99 bis 107 Zentimeter.

Der Sibirische Tiger ist ein absoluter Einzelgänger. Nur zur Paarungszeit treffen Männchen und Weibchen zusammen, danach gehen sie wieder getrennte Wege.

Durch seine Fellfärbung ist er optimal an seinen Lebensraum in den Wäldern Sibiriens angepasst. Sowohl bei Sonnenlicht als auch im Winter ist er durch seine Streifen perfekt im Buschwerk getarnt.

Übrigens: Tiger treten den Beweis an, dass viele Katzen gar nicht so wasserscheu sind, wie allgemein behauptet wird. Die größten Raubkatzen schwimmen sogar ausgesprochen gerne.

Ein sibirisches Tigermännchen zieht  in seinem Gehege im Kölner Zoo im Wasserbecken seine Runden

Sibirische Tiger schwimmen auch gerne

Die besten Weitspringer

Diese Rubrik besetzen der Puma und der Schneeleopard. Der in Nord- und Südamerika lebende Puma schafft auf ebener Erde bis zu 11,70 Meter. Vom Boden aus schafft er einen Sprung in eine Höhe von 5,40 Meter. Bei den Indianern war er unter anderem wegen dieser Eigenschaften hoch geachtet.

Ursprünglich war der Puma in ganz Amerika stark verbreitet. Erst die weißen Siedler sahen in ihm einen Nahrungskonkurrenten und rotteten die ästhetische Raubkatze fast aus.

Doch seine Anpassungsfähigkeit kam ihm zugute. Der Puma besetzt fast alle Lebensräume auf dem amerikanischen Kontinent, von den Nadelwäldern im Norden Kanadas über die Weiten der Prärie bis hin zu tropischen Regenwäldern.

Heute haben sich die Bestände zum großen Teil erholt, der Puma ist wieder häufiger anzutreffen.

Überboten wird der Puma in Sachen Sprungkraft nur noch vom Schneeleoparden. Der wurde bei einem Satz über einen Graben von 15 Metern Breite beobachtet. Da bekommt das geflügelte Wort "einen Katzensprung entfernt", eine völlig neue Dimension.

Inwiefern dieser Augenzeugenbericht stimmt, bleibt dahingestellt. Nichtsdestotrotz ist der Schneeleopard ein ausgezeichneter und sprunggewaltiger Kletterexperte. In seinem Lebensraum, den Hochgebirgen Zentralasiens, sind diese Eigenschaften ausgesprochen wichtig.

Durch die Schönheit und Seltenheit seines Fells ist er in seinem Bestand stark gefährdet. Wilderer haben es trotz erheblicher Strafen immer wieder auf den Schneeleoparden abgesehen.

In der Traditionellen Chinesischen Medizin werden seinen Knochen zudem große Heilwirkung zugeschrieben.

Das ungewöhnlichste Aussehen

Für diese Rubrik scheint die Flachkopfkatze (Prionailurus planiceps) eine Kandidatin zu sein. Sie kommt in Malaysia, Thailand, Indonesien und Brunei vor, erreicht etwa die Größe einer Hauskatze und hat einen flachen, breiten Kopf mit einer hohen fliehenden Stirn.

Die ungewöhnlich kleinen Ohren sitzen an den Seiten des Kopfes, die eng zusammenstehenden Augen sind dagegen unverhältnismäßig groß.

Die Flachkopfkatze ernährt sich von Fischen, Fröschen und anderen Wassertieren. Diese Katzenart ist extrem bedroht. 1985 wurde sie bereits als ausgestorben deklariert, in den 1990er Jahren aber wiederentdeckt.

Da die Flachkopfkatze nur sehr selten in freier Wildbahn vorkommt, ist sie nur wenig erforscht. So sind Berichte, dass Flachkopfkatzen Früchte lieben und sogar Süßkartoffeln ausgraben, wissenschaftlich nicht bewiesen.

Merkwürdige Züchtungen

Viele Tierrassen sind im Laufe der Zeit vom Menschen bewusst gezüchtet worden. So ist es auch nicht verwunderlich, dass einige sehr merkwürdig aussehende Katzen dabei sind.

Die Nacktkatze fällt dabei besonders auf: Kein einziges Haar lässt sich an ihrem Körper finden, nicht einmal die für Katzen obligatorischen Barthaare.

Der Legende nach sollen bereits die Azteken Nacktkatzen gezüchtet haben. Anfang des 20. Jahrhunderts gab es in verschiedenen Ländern Berichte über haarlose Katzen.

Die moderne Züchtung begann jedoch erst 1966 in der kanadischen Provinz Ontario. Ausgangspunkt war ein kleines mutiertes Katzenbaby.

Schönheit ist bekanntlich relativ, doch bei Katzenhaarallergikern sind diese Katzen außerordentlich beliebt. Zudem sollen sie ein sehr ruhiges und ausgeglichenes Wesen haben.

Eine Nacktkatze der Rasse Sphinx

Nacktkatzen enstanden aus einer Mutation

Eine weitere, merkwürdige Züchtung ist die Munchkin-Katze, auch Kurzbein-Katze genannt. Sie erinnert in ihrem Aussehen stark an einen Basset oder Dackel.

Im Gegensatz zu diesen Hunden, die gerade wegen ihrer kurzen Beine Kleinwild in ihrem Bau aufstöbern sollen, haben die Munchkin-Katzen keinerlei Bedeutung für die Jagd. Sie sind eher aus reiner Freude an der Kuriosität ihres Aussehens gezüchtet worden.

Munchkin-Katzen werden von den Züchtern als reine Hauskatzen angepriesen, die viele Vorzüge haben: Sie können nicht auf Tische und Stühle springen, dank ihrer kurzen Beine aber Mäuse bis unters Bett verfolgen.

Kritiker gehen dagegen davon aus, dass sich die Katzen nur schwer selbst pflegen können und dass sie durch ihre ungewöhnlich lange Wirbelsäule sehr anfällig für Rückenleiden sind.

Autoren: Susanne Decker / Tobias Aufmkolk

Weiterführende Infos

Stand: 28.01.2019, 11:14

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